Teil II: Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Ab 1945 – Nach dem 2.Weltkrieg

Am 22. Juni 1945, also nur wenige Wochen nach Kriegsende und Übernahme der Regierungsgewalt durch die Besatzungsmächte, wurde dem Abteilungsführer Christmann eine Liste der Feuerwehr Westgroßefehn vorgelegt. Ihr gehörten aus Westgroßefehn an: Christoph Onneken, Hinrich Brunken, Gerhard Hedemann, aus Mittegroßefehn Gerhard de Wall, Hinrich de Wall, Johann Janssen, Antoni Rosenboom, Johann Theesfeld, Martin Theesfeld und Roolf Schmidt. Gefragt wurde nach dem Eintritt in die NSDAP, da es erklärtes Ziel der Besatzungsmächte war, eine Entnazifizierung durchzuführen und alle Amtsinhaber politisch zu überprüfen. Nur ein Feuerwehrmann hatte der NSDAP angehört. Somit wurde ein Personalwechsel vermieden. Die weitaus überwiegende Zahl der Feuerwehrleute kam jetzt aus Mittegroßefehn. Nur ein Einziger konnte mit 30 Jahren als jung gelten.

Ein Einsatzbericht aus dieser Zeit:

„Am 28.2.1947 wurden wir um 12.45 Uhr zur Brandstelle des Hauses von Johann Entjer, Eigentümer Andreas Buss, in Westgroßefehn gerufen. Bevor die Motorspritze eintraf, konnte durch die Feuerwehrleute und Nachbarn das Mobiliar und Vieh bis
auf ein Schaf gerettet werden. Trotz starken Schneetreibens und schneeverwehter
Straße gelang es uns, um 13 Uhr zur Brandstelle zu kommen. Trotz der grimmigen
Kälte hatten wir das Feuer um 16 Uhr vollständig gelöscht.“

Das erste Feuerwehrfahrzeug des damaligen Feuerlöschverbandes war ein Opel P4, Baujahr 1936 mit 1,1l Hubraum und 34 PS. Das Fahrzeug wurde im Sommer 1948 durch die Gemeinde Westgroßefehn von dem Landwirt Meinhard Balsen aus Timmel für 50,- DM erworben. Nach der Besetzung waren die Kanadier damit umhergefahren. Es wurde bei der Middelburger Brücke wieder aufgefunden. Es wurde als Mannschaftstransportfahrzeug und als Zugfahrzeug für den Tragkraftspritzenanhänger eingesetzt. 1950 wurde der Opel durch einen PKW Horch ersetzt. Das Spritzenhaus musste daraufhin verlängert werden.

p4foto

Der Opel P4

Am 19.12.1949 waren 1 Oberbrandmeister, 2 Unterbrandmeister, 3 Oberfeuerwehrmänner und 14 Feuerwehrmänner Mitglieder der Feuerwehr Westgroßefehn. Zum Grundlehrgang an die Feuerwehrschule Loy bei Oldenburg wurden vier Männer gemeldet.

Gemeindebrandmeister war von 1934 bis 1951 Christoph Onneken, bis 1945 wurde dieses Amt auch als Hauptwachtmeister bezeichnet. Von 1951 bis 1964 hatte Christoph Onneken auch das Amt eines Kreisbrandmeisters inne. Diese Aufgabe hat ihm wegen der Stärkung und Modernisierung der Wehren auf Kreis- und Ortsebene große Verdienste verschafft. Auf Christoph Onneken folgte Johann Theesfeld als Gemeindebrandmeister (1951/52). Schließlich löste Ernst Stecker 1953 Johann Theesfeld als Gemeindebrandmeister ab. Ernst Stecker bekleidete dieses Amt bis 1974, dann wurde er Gemeindebrandmeister der neuen Gemeinde Großefehn. Vorher bezog sich der Begriff Gemeinde immer auf die damals noch bestehenden Einzelgemeinden Westgroßefehn und Mittegroßefehn.

Weiteres zum Einsatzgeschehen in dieser Zeit:

Im Mai 1949 kam es zu dem spektakulären Mühlenbrand in Timmel. Wohnhaus und Bäckerei konnten durch Eingreifen der Feuerwehren Timmel, Westgroßefehn, Jheringsfehn und Hatshausen gerettet werden.
17. Dezember 1949: Schornsteinbrand von H. Holzenkämpfer in Mittegroßefehn. Vor dem Eintreffen der Wehren konnte der Brand gelöscht werden. In kurzer Zeit waren die Wehren von Ostgroßefehn, Westgroßefehn und Aurich-Oldendorf erschienen.
28. Januar 1950: Es brannte das Arbeiterhaus von Hinrich Andreeßen in Timmel, das von Ernst Warnecke bewohnt wurde. Wieder einmal mussten wegen Mangel an Löschwasser die Feuerwehren Timmel und Westgroßefehn ihre Löscharbeiten einstellen.
Auch der undatierte Brand bei Johann Joosten in Lübbertsfehn litt unter Wassermangel. Von den drei anwesenden Wehren konnte nur eine eingesetzt werden, weil die Wasserentnahmestelle 400 m entfernt ist. Deshalb wurde das Gerät von Westgroßefehn zwischengeschaltet. Die Brandprämie betrug 45 DM.
Am 30. September 1952 des Nachts 2 Uhr stand das Gebäude der Ww. Entje Meins in hellen Flammen. Die Wehr West-Mittegroßefehn war als erste zur Stelle. Wegen Mangel an Löschwasser konnte nur das Nachbarhaus beschützt werden. Brandprämie 60 DM.

Auszug aus den Protokollen:
  • Mai 1949: Mühlenbrand in Timmel; Wohnhaus und Bäckerei konnten gerettet werden.
  • 11.12.1949: Brand in Bietzefeld; wegen Wassermangel brannte das Haus ab.
  • 17.12.1949: Schornsteinbrand bei H. Holzenkämper in Mittegroßefehn. Vor dem Eintreffen der Feuerwehr konnte der Brand gelöscht werden.
  • 23.03.1950: Brand bei Joh. Bleß, Timmelerfeld. Um 21 Uhr wurde die Wehr alarmiert, als erste Wehr um 21.15 Uhr an der Brandstelle.

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